Ich gehe immer früher ins Bett, aber mein Schlaf wird nicht besser
Wenn du immer früher ins Bett gehst, aber trotzdem nicht besser schläfst, kann das unterschiedliche Gründe haben.
Mehr Zeit im Bett bedeutet nicht automatisch mehr Schlaf. Entscheidend ist unter anderem, ob du tatsächlich schläfrig bist und ob deine innere Uhr zu diesem Zeitpunkt bereits auf Schlaf eingestellt ist.
Dein Schlaf wird insbesondere durch zwei biologische Prozesse beeinflusst:
- Schlafdruck: Er nimmt während des Wachseins zu und wird während des Schlafs wieder abgebaut.
- Innere Uhr: Sie beeinflusst, zu welchen Zeiten dein Körper besonders wach oder schlafbereit ist.
Wenn du dich deutlich früher hinlegst, obwohl du noch nicht schläfrig bist, kann es passieren, dass du länger wach liegst. Besonders bei bestehenden Einschlafproblemen können dadurch Grübeln, Anspannung und der Druck, endlich schlafen zu müssen, zunehmen.
Was kannst du ausprobieren?
- Orientiere dich beim Zubettgehen möglichst an tatsächlicher Schläfrigkeit und nicht ausschließlich an der Uhrzeit.
- Achte auf einen möglichst regelmäßigen Aufstehzeitpunkt.
- Versuche nicht, fehlenden Schlaf grundsätzlich durch immer längere Bettzeiten auszugleichen.
- Wenn du im Bett länger wach liegst und zunehmend angespannt wirst, kann es hilfreich sein, vorübergehend aufzustehen und erst bei erneuter Schläfrigkeit zurückzukehren.
Wichtig: Wenn du tatsächlich zu wenig schläfst, kann eine längere Schlafmöglichkeit sinnvoll sein. Es geht also nicht darum, grundsätzlich weniger Zeit im Bett zu verbringen.
Bei chronischer Insomnie ist die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I) die empfohlene Behandlung erster Wahl. Eine gezielte Anpassung der Bettzeit kann Teil dieser Behandlung sein, sollte jedoch individuell und möglichst fachlich begleitet erfolgen.
Sloop kann dir helfen, deinen Schlaf-Wach-Rhythmus zu beobachten und die Zusammenhänge zwischen Schlafdruck, innerer Uhr und Einschlafverhalten besser zu verstehen. Die App ersetzt keine vollständige KVT-I.