Schichtarbeit und Schlaf: Was Unternehmen tun können

Warum gute Prävention beim Dienstplan beginnt Während andere schlafen, beginnt für viele Menschen der Arbeitstag.

In Krankenhäusern. In der Produktion. In der Logistik. Im Rettungsdienst.

Schichtarbeit hält wichtige Teile unserer Gesellschaft am Laufen.

Für den menschlichen Körper kann sie jedoch eine besondere Herausforderung darstellen.

Denn unsere innere Uhr orientiert sich nicht automatisch am Dienstplan.

Warum kann Schichtarbeit den Schlaf beeinträchtigen?

Schichtarbeit kann Schlafprobleme begünstigen, weil Arbeitszeiten und der biologische Schlaf-Wach-Rhythmus nicht immer zusammenpassen.

Der menschliche Körper folgt einem zirkadianen Rhythmus, der unter anderem durch Licht und Dunkelheit beeinflusst wird.

Dieser Rhythmus steuert mit, wann wir uns wach und leistungsbereit fühlen und wann unsere Schlafbereitschaft zunimmt.

Wer nachts arbeitet und tagsüber schlafen möchte, muss deshalb häufig gegen die Signale der eigenen inneren Uhr ankommen.

Das bedeutet nicht, dass alle Schichtarbeitenden zwangsläufig schlecht schlafen.

Aber es erklärt, weshalb Nacht- und Wechselschichten mit besonderen Anforderungen an Schlaf und Erholung verbunden sein können.

Welche Schlafprobleme treten bei Schichtarbeit häufig auf?

Die Herausforderungen unterscheiden sich je nach Arbeitszeitmodell.

Frühschicht: Ein sehr früher Arbeitsbeginn kann dazu führen, dass Mitarbeitende aufstehen müssen, bevor ihre übliche Schlafzeit ausreichend lang war.

Spätschicht: Nach einem späten Arbeitsende benötigen manche Menschen Zeit, um von beruflicher Aktivierung auf Ruhe umzuschalten.

Nachtschicht: Schlafen am Tag kann schwieriger sein, weil Tageslicht, Umgebungsgeräusche und die innere Uhr dem Schlaf entgegenwirken.

Wechselschicht: Regelmäßige Veränderungen der Arbeitszeiten können die Entwicklung stabiler Schlafgewohnheiten erschweren.

Hinzu kommen familiäre Verpflichtungen, soziale Aktivitäten und individuelle Unterschiede im Schlafbedarf.

Deshalb ist es wenig sinnvoll, allen Schichtarbeitenden dieselbe Schlafroutine zu empfehlen.

Was können Unternehmen konkret verändern?

Ein wichtiger Teil der Schlafprävention findet nicht im Schlafzimmer statt.

Sondern bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin empfiehlt unter anderem, aufeinanderfolgende Nachtschichten möglichst zu begrenzen, ausreichend Erholung nach Nachtarbeitsphasen vorzusehen und ungünstige Schichtfolgen zu vermeiden.

Auch ein sehr früher Beginn der Frühschicht kann problematisch sein.

Diese Empfehlungen liefern wichtige Orientierungspunkte für eine gesundheitsgerechte Arbeitszeitgestaltung.

Nicht jedes Unternehmen kann seinen Schichtplan vollständig umstellen.

Dennoch lohnt sich die Frage:

Welche Belastungen entstehen durch unsere Arbeitsorganisation – und welche davon können wir beeinflussen?

Das ist eine andere Perspektive als die ausschließliche Frage, wie Mitarbeitende trotz ungünstiger Arbeitszeiten besser schlafen können.

Warum reicht ein Schlafseminar für Schichtarbeitende nicht aus?

Ein Seminar kann wichtige Informationen vermitteln.

Beispielsweise über den Einfluss von Licht, die Bedeutung der inneren Uhr oder den Umgang mit Erholungsphasen.

Aber die Lebenssituationen der Teilnehmenden bleiben unterschiedlich.

Wer gerade mehrere Nachtschichten absolviert hat, benötigt möglicherweise andere Informationen als jemand, der vor allem unter sehr frühen Arbeitsbeginnen leidet.

Auch die Teilnahme an festen Kurszeiten kann schwierig sein.

Hier können digitale Angebote eine sinnvolle Ergänzung darstellen.

Wie kann Sloop Beschäftigte im Schichtdienst unterstützen?

Sloop stellt Mitarbeitenden schlafmedizinisch fundierte Informationen und passende Übungen zur Verfügung.

Über persönliche Check-ins und ein Schlaftagebuch können Nutzer ihre Schlafgewohnheiten und ihr subjektives Befinden beobachten.

Ein von Schlafmedizinern entwickelter Algorithmus berücksichtigt persönliche Angaben bei der Auswahl geeigneter Inhalte.

Beschäftigte können sich beispielsweise mit ihrem Schlafrhythmus, ihrer Erholung nach Nachtschichten oder dem Umgang mit innerer Anspannung beschäftigen.

Da die Inhalte digital bereitgestellt werden, können sie unabhängig von festen Seminarzeiten genutzt werden.

Sloop ersetzt jedoch keine gesundheitsgerechte Schichtplanung.

Auch eine automatische Optimierung betrieblicher Schichtpläne gehört derzeit nicht zu den regulären Funktionen.

Mit Sloop WorkFit beschäftigen wir uns perspektivisch mit der Frage, wie biologische Rhythmen und Arbeitsanforderungen stärker zusammengedacht werden könnten. Diese Entwicklungsvision ist vom heutigen Leistungsumfang zu unterscheiden.

Wann ist eine medizinische Abklärung sinnvoll?

Schichtarbeit kann Schlafprobleme erklären, aber nicht jedes Schlafproblem bei Schichtarbeit ist allein auf den Dienstplan zurückzuführen.

Bei anhaltenden Beschwerden, ausgeprägter Tagesschläfrigkeit oder deutlichen Beeinträchtigungen der Alltagsfunktion ist eine ärztliche beziehungsweise schlafmedizinische Abklärung sinnvoll.

Das gilt besonders, wenn die Wachheit bei sicherheitsrelevanten Tätigkeiten beeinträchtigt ist.

Häufige Fragen

Kann sich der Körper vollständig an Nachtschichten gewöhnen?

Eine vollständige Anpassung ist unter üblichen Lebensbedingungen häufig schwierig. Die innere Uhr wird weiterhin durch Tageslicht, soziale Rhythmen und andere Zeitgeber beeinflusst.

Welche Schichtfolgen sind günstiger?

Arbeitswissenschaftliche Empfehlungen bevorzugen häufig vorwärts rotierende Schichtsysteme, beispielsweise Früh-, Spät- und Nachtschicht, gegenüber rückwärts rotierenden Systemen. Die konkrete Gestaltung muss die betrieblichen Bedingungen berücksichtigen.

Kann eine Schlaf-App die Folgen von Schichtarbeit ausgleichen?

Nein. Eine Schlaf-App kann Informationen, Übungen und persönliche Reflexion ermöglichen. Ungünstige Arbeitszeiten oder unzureichende Ruhezeiten kann sie nicht kompensieren.

Schlafprävention beginnt bei den Arbeitsbedingungen

Schichtarbeit lässt sich in vielen Branchen nicht vermeiden.

Ihre gesundheitlichen Belastungen sollten deshalb umso bewusster berücksichtigt werden.

Gute Prävention verbindet eine möglichst gesundheitsgerechte Arbeitsorganisation mit individueller Unterstützung.

Nicht jeder Dienstplan lässt sich verändern.

Aber Schlafgesundheit sollte bei seiner Gestaltung mitgedacht werden.

Weiterführende Informationen

Schlafgesundheit auch für Schichtarbeitende zugänglich machen.

Entdecke die Möglichkeiten von Sloop für Unternehmen mit unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen.