Je länger ich wach bin, desto wütender werde ich
Wenn du lange wach liegst und dabei immer wütender oder frustrierter wirst, ist das nachvollziehbar.
Besonders dann, wenn du befürchtest, am nächsten Tag nicht ausreichend erholt zu sein.
Ärger über das Wachliegen kann zusätzliche Anspannung erzeugen und das Einschlafen erschweren. Das bedeutet aber nicht, dass deine Wut die ursprüngliche Ursache deiner Schlafprobleme ist.
Oft entwickelt sich ein Kreislauf: Du kannst nicht einschlafen, ärgerst dich darüber und versuchst immer angestrengter, endlich Schlaf zu finden.
Was kannst du ausprobieren?
- Nimm den Leistungsdruck heraus: Schlaf lässt sich nicht erzwingen. Du musst nicht aktiv dafür sorgen, dass du sofort einschläfst.
- Vermeide den Blick auf die Uhr: Ständiges Kontrollieren der Zeit kann den Ärger über das Wachliegen verstärken.
- Erlaube dir, wach zu sein: Du musst deine Frustration nicht bekämpfen. Versuche, sie wahrzunehmen, ohne dich zusätzlich dafür zu verurteilen.
- Unterbrich angespanntes Wachliegen: Wenn du zunehmend unruhig oder wütend wirst, kann es hilfreich sein, vorübergehend aufzustehen und einer ruhigen, angenehmen Beschäftigung nachzugehen. Kehre ins Bett zurück, wenn du wieder schläfrig wirst.
- Nutze Entspannung ohne Erfolgsdruck: Eine Atem- oder Achtsamkeitsübung kann helfen, anders mit der Anspannung umzugehen. Sie muss nicht unmittelbar zum Einschlafen führen.
Wichtig: Du musst nicht vollständig entspannt sein, um schlafen zu können. Auch der Versuch, Ärger unbedingt loszuwerden, kann zusätzlichen Druck erzeugen.
Wenn du regelmäßig lange wach liegst und dadurch belastet oder tagsüber beeinträchtigt bist, solltest du deine Schlafprobleme ärztlich abklären lassen.
Bei chronischer Insomnie ist die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I) die empfohlene Behandlung erster Wahl. Sie berücksichtigt unter anderem schlafbezogene Gedanken, Verhaltensmuster und den Umgang mit Wachliegen.
Sloop kann dich mit Übungen zum Umgang mit Grübeln und Anspannung unterstützen. Die App ersetzt jedoch keine vollständige KVT-I oder medizinische Diagnostik.